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Abschied von Prof. Dr. Dr. h. c. Bodo Christ

Nachruf Christ

Nachruf für Prof. Dr. med. Dr. h.c. Bodo Christ

Am 30.01.2016 ist unerwartet Professor Dr. med Dr. h.c. Bodo Christ im Alter von 74 Jahren verstorben. Er war bis zu seiner Emeritierung 2006 ordentlicher Professor für Anatomie und Direktor der Abteilung Molekulare Embryologie des Anatomischen Instituts der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Bodo Christ studierte von 1961 bis 1966 Medizin an der Georg-August-Universität Göttingen und hat sich schon früh für ein Wirken im Fachgebiet Anatomie entschieden, in dem er 1968 promovierte. Als Postdoktorand arbeitete Professor Christ zunächst noch im Göttinger Anatomischen Institut. Von 1971-1976 setzte er diese Arbeiten an der Ruhr-Universität Bochum fort, wo er sich 1975 habilitierte. Nach seiner Habilitation wurde er im Jahr 1976 Professor am Institut für Anatomie und Leiter der Abteilung für Entwicklungsbiologie an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1990 an wirkte Professor Christ am Institut für Anatomie und Zellbiologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Er gründete die Abteilung Molekulare Embryologie, der er als Leiter bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 vorstand. Auch nach seiner Emeritierung blieb er dem Anatomischen Institut weiterhin sehr eng verbunden, und unterstützte die Ausbildung von Studierenden und Auszubildenden in den medizinischen Fächern unermüdlich bis in das laufende akademische Jahr hinein. Die Weiterentwicklung des Instituts war ihm immer eine Herzensangelegenheit geblieben.

Auch über das Anatomische Institut hinaus war Professor Christs Schaffen von nachhaltiger Bedeutung. Von 1997 bis 1999 war Prof. Christ als Dekan der Medizinischen Fakultät tätig. Als Vorsitzender der anatomischen Gesellschaft hat er von 2002 bis 2006 das Fach über die Grenzen von Freiburg hinaus vertreten.

Zu den vielen Ehrungen und Auszeichnungen von Professor Christ gehören die Ehrenmitgliedschaft in der American Association of Anatomists, die Ehrenmedaille der Medizinischen Fakultät der Karls-Universität in Prag und die Ehrendoktorwürde der Universität Iasi in Rumänien. Seit 2001 war Professor Christ darüber hinaus Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Diese Auszeichnungen belegen eindrücklich, dass Professor Christ in seinem Forschungsgebiet, der molekularen Embryologie und insbesondere der Somitogenese eine Koriphäe war und bleibt.

Er berichtete noch vor Weihnachten 2015, dass seine vielzähligen Arbeiten mehr als 10.000 Mal zitiert wurden.

Als wissenschaftlicher Lehrer und Förderer des wissenschaftlichen Nachwuchs hat Professor Christ erfolgreich wirken können, und Schüler von Professor Christ vertreten heute an mehreren Anatomischen Instituten in Deutschland das Fach Anatomie in Forschung und Lehre.

Neben seinen wissenschaftlichen Erfolgen und seinem beispielhaften Engagement in der Lehre wird uns Herr Professor Christ aber vor allem als vorbildliche Persönlichkeit und herzlicher Kollege in dankbarer Erinnerung bleiben.

Tanja Vogel